Universität Mannheim / Sowi / Bildungspsychologie / Lehre / Modul "Bildungswissenschaftliche Grundlagen I"

Modul "Bildungswissenschaftliche Grundlagen I"

Das Modul „Bildungswissenschaftliche Grundlagen I“ besteht aus einer Vorlesung, die mit einer benoteten Klausur abschließt (5 ECTS) und einem Seminar (4 ECTS, benoteter Schein für Studierende der WPO 2001; unbenoteter Leistungsnachweis für Studierende der GymPO 2010).

Das Modul behandelt zentrale Themen der schulbezogenen empirischen Bildungswissenschaften. Während die Vorlesung einen einführenden Überblick bietet (siehe weiter unten für eine Themenzusammenstellung und einführende Literatur), vertiefen die Seminare, die regelmäßig angeboten werden, jeweils eines der zentralen Themen (z.B. Unterrichtsentwicklung – Zusammenhänge zwischen Qualitätsmerkmalen des Unterrichts und Unterrichtsmethoden; Diagnostik und Beurteilung; Kompetenzen von Lehrenden; Schulqualität und Schulentwicklung).

Für den Bachelor of Education ab HWS 2015 besteht das Modul "Bildungswissenschaften I" von unserer Seite aus der Vorlesung "Einführung in die Bildungspsychologie" (benotete Klausur, 4 ECTS) und dem Begleitseminar zum Orientierungspraktikum, 3 ECTS). Siehe auch http://lehramt.phil.uni-mannheim.de/Bildungswissenschaften/

 

Vorlesung „Einführung in die Bildungspsychologie“  

Lehrstuhl für Bildungspsychologie
Prof. Dr. Stefan Münzer

Die Vorlesung führt in zentrale Themenfelder der schulbezogenen empirischen Bildungswissenschaften ein. Diese Themenfelder lassen sich vereinfacht mit folgenden Fragen umschreiben: Wie lernen wir? Was ist guter Unterricht? Was zeichnet eine gute Lehrkraft aus? Was ist eine gute Schule? Wie funktioniert das Schulsystem in Deutschland und wie ist es entstanden? Welche Herausforderungen sind gegenwärtig zu bewältigen?


Es werden grundlegende Modelle des Lernens (Lernen als effektive Informationsverarbeitung, Gedächtnisstrukturen und -prozesse, Kompetenzerwerb, Expertise, Lernstrategien) und Methoden des Lehrens (z.B. direkte Instruktion, kooperative Lehr-Lernszenarien) dargestellt. Dabei wird auch auf inter-individuelle Unterschiede in kognitiven Lernvoraussetzungen eingegangen (Intelligenz, Hochbegabung). Qualitätsmerkmale des Unterrichts werden vorgestellt und es wird dargelegt, wie sich Unterricht beobachten und evaluieren lässt. Realisierter Unterricht basiert auf fachlichen, didaktischen und persönlichen Kompetenzen der Lehrkraft. Es werden Perspektiven auf die Kompetenzen der Lehrkräfte und ihrer Entwicklung vorgestellt.

 

Unterricht findet institutionalisiert an Schulen und im Rahmen eines Bildungssystems statt. Dimensionen einer „guten Schule“ werden umschrieben und es werden Ansätze der Schulentwicklung durch Evaluation vorgestellt. Es wird skizziert, wie sich das gegliederte deutsche Schulsystem entwickelt hat. Die sozial bedingte Ungleichheit und unbefriedigende Ergebnisse in internationalen Schulleistungsvergleichen sind Probleme, die gegenwärtig mit einer Vielzahl von Herausforderungen verknüpft sind (Kompetenzorientierung, vergleichendes Messen des „Outcome“, Kompetenzentwicklung von Lehrkräften, Entwicklung von Schulautonomie).


Grundlegende, einführende Literatur:

 Helmke, A. (2010). Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität. Diagnose, Evaluation und Verbesserung des Unterrichts. Seelze-Velber: Klett-Kallmayr.

Van Ackeren, I. & Klemm, K. (2009). Entstehung, Struktur und Steuerung des deutschen Schulsystems. Eine Einführung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Hasselhorn, M. & Gold, A. (2006). Pädagogische Psychologie. Erfolgreiches Lehren und Lernen. Stuttgart: Kohlhammer.


Weitere Informationen zum Lehramts-Studiengang

Auf den Seiten der Philosophischen Fakultät erhalten Sie einen Gesamtüberblick über den Studiengang:

http://lehramt.phil.uni-mannheim.de/