Universität Mannheim / Sowi / Bildungspsychologie / Forschung / Disfluency & Multimediales Lernen

Disfluency beim Lernen mit Multimedia


Projektbeschreibung

In Einklang mit der Cognitive Load Theory (CLT; Sweller, van Merriënboer, & Paas, 1998) sollte multimediales Lernmaterial so gestaltet sein, dass es einfach zu verarbeiten ist, um somit unnötige Belastung des Arbeitsgedächtnisses zu minimieren und letztlich den Lernerfolg zu verbessern. Diese intuitiv plausible Annahme wird unter anderem durch neuere Studien aus der Disfluency-Forschung, die im pädagogischen Kontext stattfanden, in Frage gestellt: Hier führte die Verwendung perzeptuell schlecht lesbarer Texte (z.B., in Haettenschweiler) zu einem besserem Lernerfolg (Diemand-Yauman, Oppenheimer, & Vaughan, 2011) als gut lesbare Texte (z.B., in Arial). Für multimediales Lernmaterial - das neben Text durch das Vorhandensein lernförderlicher Bilder charakterisiert ist bzw. durch das Bereitstellen von gesprochenem Text und Interaktionsmöglichkeiten - konnten sich diese Befunde in den Studien dieses Projekts jedoch nicht übertragen lassen. Die Stabilität und Generalisierbarkeit des Disfluency-Effekts in Lehr-Lern-Szenarien wird daher in Frage gestellt. Um zu klareren Schlussfolgerungen zu kommen sollen im weiteren Projektverlauf potentielle Moderatorvariablen untersucht werden.

 


Kooperationspartner


Publikationen

Eitel, A.*, Kühl, T.*, Scheiter, K., & Gerjets, P. (2014). Disfluency meets cognitive load in multimedia learning: Does harder-to-read mean better-to-understand? Applied Cognitive Psychology. doi:10.1002/acp.3004

Kühl, T.*, Eitel, A.*, Scheiter, K., & Gerjets, P. (in press). A call for an unbiased search for moderators in disfluency research: Reply to Oppenheimer and Alter (2014). Applied Cognitive Psychology.

* These authors contributed equally to this work and should both be considered as first authors.

Kühl, T., Eitel, A., Damnik, G., & Körndle, H. (2014). The impact of disfluency, pacing, and students' need for cognition on learning with multimedia. Computers in Human Behavior, 35, 189-198. doi:10.1016/j.chb.2014.03.004.